Das Cabinet des Dr. Caligari

Das Cabinet des Dr. Caligari
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Das Cabinet des Dr. Caligari

Dieser Film ist nicht mehr verfügbar.

Sprache DE
Untertitel EN, ES
Genre Horror
Land Deutschland
Jahr 1920
Regie Robert Wiene
Mit Werner Krauß, Conrad Veidt, Friedrich Fehér, Lil Dagover, Hans Heinrich von Twardowski
Produktion Decla-Film-Ges. Holz & Co. (Berlin)
Länge 77 Minuten

Im Garten einer psychiatrischen Klinik erzählt der Patient Francis seine Geschichte: Auf dem Jahrmarkt einer norddeutschen Kleinstadt kündigt der gespenstisch aussehende Dr. Caligari Hypnosedarbietungen mit seinem willenlosen Medium Cesare an. Alan und Francis, die beide in dasselbe Mädchen verliebt sind, besuchen Caligaris Vorstellung. Caligari kündigt an, dass sein Medium dem Publikum Fragen nach der Zukunft beantwortet. Als Alan wissen will, wie lange er noch leben werde, hört er als Antwort: "Bis zum Morgengrauen!" Tatsächlich wird er am nächsten Tag tot aufgefunden. Sein Freund Francis verdächtigt sofort Caligari...

Der Film gilt als der Höhepunkt des Expressionismus in der Filmgeschichte. “Filme müssen verlebendigte Zeichnungen sein“ - so lautete damals Hermann Warms Parole, nach der er und seine zwei Kollegen Walter Röhrig und Walter Reimann die Welt des Dr. Caligari szenisch aufbauten. Dementsprechend bildeten die Dekorationen des CALIGARI eine Vielfalt ausgezackter, scharf zugespitzter Formen, die stark an gotische Vorlagen erinnerten." (Siegfried Kracauer in "Von Caligari bis Hitler") Die Einstellungen werden geprägt von einer methodischen Verzerrung der Perspektiven, die Welt erscheint, als wäre sie aus dem Lot gekippt, und die Sehgewohnheiten der Zuschauer*innen erfahren eine systematische Irritation. War bislang in der Filmgeschichte der Dekor nie mehr als Hintergrund und illustrierender Schauplatz, so kommt den Szenenbildern hier eine neuartige Funktion und Bedeutung zu. Die Dekorationen, nicht das Spiel der Schauspieler*innen vermittelten die Verzweiflung, das Tragische und die Ausweglosigkeit.

Kaum ein anderes Werk dürfte einen ähnlich intensiven Einfluss auf die weitere Entwicklung des deutschen Stummfilms ausgeübt haben; nach CALIGARI verstärkte sich das ohnehin bereits vorhandene Interesse an phantastischen Stoffen, und mit ihm begann auch eine intensive Hinwendung zur Psychopathologie und zu dämonisch-gefährlichen Verbrecherfiguren. Siegfried Kracauer reihte CALIGARI in die filmischen Vorahnungen der Hitler-Tyrannei ein.

Bild © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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