Das deutsche Kettensägenmassaker

Das deutsche Kettensägenmassaker
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Das deutsche Kettensägenmassaker

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Sprache DE
Untertitel EN, FR, ES, PL
Genre Horror, Satire
Land Deutschland
Jahr 1990
Regie Christoph Schlingensief
Mit Karina Fallenstein, Brigitte Kausch-Kuhlbrodt, Susanne Bredehöft, Volker Spengler, Alfred Edel, Artur Albrecht, Dietrich Kuhlbrodt, Reinald Schnell, Udo Kier, Irm Hermann
Produktion DEM Filmproduktion (Mülheim an der Ruhr)
Länge 63 Minuten

Schlingensief zeichnet die erste Stunde der Wiedervereinigung als ein nationales Schlachtfest nach. Die Nachricht von der Maueröffnung versetzt eine westdeutsche Metzgerfamilie in einen schier hemmungslosen Blutrausch. In einer verwahrlosten Hotelküche meuchelt sie ehemalige DDR-Bürger*innen dahin. DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER ist eine kurzfristige Reaktion auf eine kurzfristige politische Entwicklung. Die rasenden Kamerafahrten, das im Hintergrund stets vernehmbare Geräusch einer Kettensäge und ihre effekthaschende Darbietung im konkreten Einsatz am Menschen, verwendet Schlingensief bewusst als Element des Trashs. Als solchen interpretiert der Film auch die deutsche Einheit, als bluttriefenden, kannibalistischen Akt der Einverleibung des Ostens durch den Westen.

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin feiern die Deutschen im Oktober 1990 ihre Wiedervereinigung. Bundespräsident Richard von Weizsäcker spricht von Einheit und Freiheit. Eine junge Frau bringt mit einem gewaltigen Messer ihren Mann um und flieht. Ihr Fahrzeug, Marke „Trabant", weist Clara als „Ossi" aus. Sie passiert die letzten Verbliebenen der alten Grenztruppen und gelangt in den Westen. Auf solche wie sie hat eine Metzgerfamilie gerade gewartet... Christoph Schlingensief, der große Provokateur, gibt eine verstörende und sehr blutige Antwort auf einige Fragen zur deutschen Wiedervereinigung. DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER ist eine provozierende, mitunter nahezu hysterische Mischung aus Wut und Blut, dem Genre des „Trash-Movies" wie Tobe Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und seinen Fortsetzungen ebenso verbunden wie dem klassischen Horror von Hitchcocks PSYCHO. Das ist nicht nach jedermanns Geschmack. Der Autor und Regisseur verwies in einigen Interviews auf die durchaus finstere und bitterböse, aber eben doch komödiantische Seite seines Werks. Gleichzeitig erzählte er auch, wie er sich damals über die „Bananenbilder" und „Heuchelbilder" im Fernsehen geärgert habe - als die neuen Besucher*innen aus dem Osten vom Westen mit Südfrüchten (in der DDR eine Mangelware) willkommen geheißen wurden, während er selbst vor allem die Vereinnahmung und Ausbeutung durch die westliche Wirtschaftsmacht gesehen habe.

Bild © Filmgalerie 451

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